EmpCo Praxisbeispiele
Umweltclaims richtig einsetzen – Praxisbeispiele für Unternehmen
Die EmpCo-Richtlinie (Empowering Consumers for the Green Transition Directive) stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Verwendung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Viele bisher genutzte Werbeaussagen müssen künftig genauer geprüft und durch belastbare Nachweise gestützt werden.
In der Praxis stellt sich häufig die Frage: Welche Aussagen sind problematisch und wie können sie rechtssicher formuliert werden?
Die folgenden Beispiele zeigen typische Umweltclaims aus Marketing, Verpackung und Produktkommunikation und verdeutlichen, worauf Unternehmen künftig achten sollten.
Praxisbeispiel 1: „Umweltfreundliche Verpackung“
Problematische Aussage
„Unsere Verpackung ist umweltfreundlich.“
Der Begriff „umweltfreundlich“ ist sehr allgemein und vermittelt Verbrauchern den Eindruck eines umfassenden Umweltvorteils. Ohne konkrete Erläuterung und belastbare Nachweise kann eine solche Aussage kritisch sein.
Bessere Formulierung
„Die Verpackung besteht zu 90 % aus recyceltem Papier.“
oder
„Die Verpackung wurde im Vergleich zur Vorgängerversion um 20 % leichter gestaltet.“
Konkrete und nachvollziehbare Informationen schaffen Transparenz und erhöhen die Glaubwürdigkeit.
Praxisbeispiel 2: „100 % recycelbar“
Problematische Aussage
„100 % recycelbar.“
Diese Aussage setzt voraus, dass sämtliche Bestandteile der Verpackung tatsächlich recycelt werden können und die entsprechenden Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen vorhanden sind.
Zu prüfende Nachweise
- Materialzusammensetzung
- Recyclingfähigkeitsbewertungen
- Technische Nachweise
- Einfluss von Etiketten, Beschichtungen und Klebstoffen
Bessere Formulierung
„Die Verpackung wurde für die Recyclingfähigkeit entwickelt und kann in bestehenden Papierkreisläufen verwertet werden.“
Die konkrete Formulierung hängt von den tatsächlichen Eigenschaften der Verpackung ab.
Praxisbeispiel 3: „Nachhaltiges Produkt“
Problematische Aussage
„Nachhaltiges Produkt.“
Der Begriff „nachhaltig“ ist sehr weit gefasst und kann unterschiedlich interpretiert werden.
Bessere Formulierung
„Das Produkt enthält 50 % Recyclingmaterial.“
oder
„Bei der Herstellung wurden die Materialeinsätze gegenüber dem Vorgängermodell reduziert.“
Je konkreter die Aussage, desto leichter lässt sie sich nachvollziehen und belegen.
Praxisbeispiel 4: „Klimaneutral“
Problematische Aussage
„Klimaneutral hergestellt.“
Aussagen zur Klimaneutralität stehen besonders im Fokus regulatorischer Entwicklungen. Unternehmen müssen nachvollziehbar darlegen können, auf welcher Grundlage die Aussage erfolgt.
Zu prüfen
- Emissionsberechnung
- Kompensationsmaßnahmen
- Dokumentation
- Transparenz gegenüber Verbrauchern
Bessere Formulierung
„Die verbleibenden Emissionen wurden über zertifizierte Klimaschutzprojekte kompensiert.“
Auch hier ist eine belastbare Nachweisführung entscheidend.
Praxisbeispiel 5: „Plastikfrei“
Problematische Aussage
„Plastikfreie Verpackung.“
Bereits geringe Kunststoffanteile können diese Aussage infrage stellen.
Zu prüfen
- Beschichtungen
- Klebstoffe
- Sichtfenster
- Verbundmaterialien
Bessere Formulierung
„Die Verpackung besteht überwiegend aus Papierfasern und enthält keine Kunststofffolie.“
Die tatsächliche Formulierung sollte immer auf den Produkteigenschaften basieren.
Praxisbeispiel 6: „Recyclingmaterial“
Gute Praxis
„Die Verpackung enthält 80 % Recyclingfasern.“
Diese Aussage ist konkret, messbar und grundsätzlich leichter belegbar.
Voraussetzung ist, dass entsprechende Lieferantennachweise und Dokumentationen vorliegen.
Warum Praxisbeispiele wichtig sind
Viele Umweltclaims bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Marketing, Nachhaltigkeit und Regulierung. Aussagen, die heute verwendet werden, sollten regelmäßig überprüft werden, um zukünftige Risiken zu vermeiden.
Eine strukturierte Bewertung hilft dabei:
- Greenwashing-Risiken zu reduzieren
- Rechtssicherheit zu erhöhen
- Nachweise systematisch aufzubauen
- Vertrauen bei Kunden zu stärken
Wie unterstützt CERREC?
CERREC unterstützt Unternehmen bei der Bewertung und Optimierung ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen.
Unsere Leistungen umfassen:
- EmpCo-Beratung
- EmpCo Claim Check
- Greenwashing-Risikoanalysen
- Prüfung von Verpackungsclaims
- Nachweisführung
- Technische Dokumentation
- Schulungen für Marketing und Vertrieb
Gemeinsam entwickeln wir transparente, glaubwürdige und rechtssichere Umweltclaims für Produkte und Verpackungen.